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Das Objekt des Monats 06/2026

VW 181 Kurierwagen - PKW 0,4 t

Umgangs Jargon „Kübel“

Typ:
18-63
Leistung:
35 kW/48 PS bei 4000 min-1
Hubraum:
1570 cm³
Höchstgeschwindigkeit:
115 km/h
Baujahr:
1977

Eingesetzt wurde dieses Fahrzeug bei der Französischen Armee, in Berlin Wedding zur Mauerpatrouille bzw. zur Sicherung der Berliner Mauer durch die Alliierten.


Warum die französischen Streitkräfte in Deutschland Volkswagen K181 und Unimogs hatten.
Nach dem Zweiten Weltkrieg bestanden die Fahrzeuge der sogenannten Besatzungstruppen in Deutschland aus amerikanischen Fahrzeugen, die die französischen Streitkräfte ausrüsteten, ergänzt durch erbeutete Fahrzeuge aus den Depots der ehemaligen deutschen Armee.
Ab 1946 nahmen die Automobilwerke in Deutschland die Fahrzeugproduktion wieder auf. Die westdeutsche Regierung beteiligte sich finanziell durch Tagegelder, die für den Unterhalt der Besatzungstruppen bestimmt waren.
Das Geld für die französischen Streitkräfte in Deutschland wurden vor Ort ausgegeben und ermöglichten große Bestellungen deutscher Fahrzeuge. Daher wurden die Fahrzeuge der französischen Streitkräfte in Deutschland (FFA) und später der in Deutschland stationierten französischen Streitkräfte (FFSA) „Frais d'occupation ou des dépenses imposées (FODI)“ (Belegungsgebühren oder auferlegte Ausgaben) finanziert. Diese Kraftfahrzeuge hatten rote Kennzeichen mit weißen Ziffern.



Eigentlich heißt er VW Typ 181 und wie daraus der Kübel wurde lesen sie hier.
Ein "unverbasteltes Fahrzeug im Originalzustand mit Patina" wurde uns angeboten und wie es immer so ist war er nach der Zerlegung dann doch nicht so unverbastelt, zumal die Meinungen zu diesen Begriffen immer sehr weit auseinandergehen. Allerdings umschreibt das Wort "Patina" meist Umstände wie "kann ich nicht, bin zu faul oder habe keine Zeit oder Lust,". Und so wurde das Projekt Kübel wieder einmal zu einem ausufernden und zeitaufwendigen Unterfangen. Dank motivierter und auch fähiger Kollegen präsentiert er sich nun nach umfangreichen Schweißarbeiten, Kompletterneuerung der Bremsanlage und Überholung der Elektrik als auch der vielen, vielen Kleinigkeiten und neuer Lackierung nahezu im Bestzustand. Auch die Standheizung wurde überholt und es gelang sogar einen neuen Unterbrecherkontakt dafür zu organisieren, sodass auch sich auch diese im Originalzustand befindet. Bis auf Nouancen an welchen wir noch arbeiten befindet sich somit das ganze Fahrzeug im Originalzustand.
Bei der Recherche zu dem Fahrzeug stießen wir auf den Umstand, dass wir einen französischen Kübel haben bzw. einen Kübel ehemals der französischen Armee. Die französische Armee ließ sich im geteilten Berlin die Reparationszahlungen zu welchen Deutschland verpflichtet worden war in Fahrzeuge/Material bezahlen und hier eben Kübeln. So diente unser Kübel viele Jahre als Patrouillenfahrzeug an der Berliner Mauer bzw. innerdeutschen Grenze.
Eigentlich war er nur für die Sammlung/Mitarbeiter- Helferfahrzeug gedacht allerdings haben wir uns entschlossen aufgrund der großen Begeisterung für das Fahrzeug Fahrten nun auch für jedermann anzubieten unter diesem Link (Hier ein Link zum Anmeldeformular für den Kübel).
Es ist auch ein unverkennbares Geräusch einen Kübel zu starten und das unverkennbare Geräusch des (Käfer-) Boxermotors zu hören was hunderttausende Bundeswehrsoldaten im Dienst erleben durften oder mussten.

Ein unspektakuläres Auto seinerzeit und teilweise verpönt da er keinen Allradantrieb besitzt. Hier wird allerdings verkannt, dass der Kübel nie als Geländefahrzeug und/oder für solche Einsätze vorgesehen war, sondern ausdrücklich als Kurierfahrzeug konstruiert wurde. Der gesamte Aufbau basierte auf dem Konzept des Kübels der Wehrmacht allerdings verpasste man ihm um jegliche Parallelen zu vermeiden eine neue und damit kantigere Optik. Dennoch waren es die vielen kleinen Verbesserungen und eine hervorragende Verarbeitung welche den Kübel zu einem Allrounder machten. Ein Auto welches selbst bei Soldaten nahezu unkaputtbar war, es sei denn man füllte kein Öl nach oder überdrehte den Motor hemmungslos. Allein die aufwendige Vernähung des Verdecks und der Scheiben übertrifft heutige Cabrioverdecke um ein Vielfaches. So man heute noch einen Aschenbecher ohne Aufpreis geliefert bekommt, war er beim Kübel serienmäßig und das mit einer pfiffigen Idee. Während der Fahrt kann man den Aschenbecher welcher ausziehbar unter dem Armaturenbrett sitzt ausgezogen belassen und ihn mit einer simplen Blechklappe verschließen, sodass auch bei höheren Geschwindigkeiten keine Asche oder Zigarettenkippen durch den Fahrtwind herausgesagt werden. Letztendlich vergrößerte man auch das Ladevolumen besonders im Frontbereich. Etwas unglücklich war allerdings, dass die militärische Version im Gegensatz zur zivilen Version oder zum VW Käfer keine Heizung vom Motor her verfügte. Dafür funktionierte allerdings die Standheizung recht ordentlich, sofern man immer ausreichend Ersatzsicherungen dafür mitführte. Gleich ob Erinnerung an "alte Zeiten" oder aus Neugier so ist das Fahren mit dem Kübel eigentlich ein Genuß. Besonders wenn gutes Wetter herrscht und man offen bzw. abgeplant fahren kann. Man merkt auch mit relativ wenig Leistung und gutem Drehmoment kommt man gut und entspannt voran.

Und das man gut voran kommt bestätigte uns der Berliner Ur-, Ur-, Vorbesitzer welcher schilderte, dass er in einer Kommune lebte und den Wagen von einer Mitbewohnerin für 500 D-Mark. kaufte. Anschließend verpasste er dem Kübel eine Anhängerkupplung, hängte einen kleinen Anhänger daran und für mit seinem Sohn in das damals noch kommunistisch regierte Jugoslawien - und problemlos wieder zurück.

Eigentlich heißt der Kübel nur VW Typ 181 bekam allerdings seinen Spitznamen recht schnell da die ersten leichten Militärfahrzeuge (wie der VW Typ 82) keine herkömmlichen Polstersitze, sondern rohrgefederte Schalensitze besaßen. Weil diese an die Form von runden Eimern (Kübeln) erinnerten, nannte man sie im Soldatenjargon „Kübelsitze“ was man dann auf das gesamte Fahrzeug übertrug. Als Volkswagen ab 1968 den robusten VW 181 als Nachfolgefahrzeug für die Bundeswehr entwickelte und baute, übertrug sich der Spitzname „Kübel“ ganz natürlich auf dieses Modell.

Seine zivilen Brüder und Schwestern erfreuten sich in vielen Ländern größter Beliebtheit. So war der 181er auch sehr beliebt unter den Hippies in den USA wo er nur "the Thing" genannt wurde oder Safari in Mexiko.

Heutzutage besteht immer noch eine sehr große Fangemeinde welche ihre Kübel hegen und pflegen. Weitere gut recherchierte Informationen findet man auch beim Kübel Club unter https://kuebel-klub.de/index.php/kuebel
 

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