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Das Objekt des Monats 08/2026

BRDM-2



Raswedywatjelno-Dosornaja Maschina – gepanzertes Aufklärungspatrouillenfahrzeug) ist ein voll amphibischer, militärischer Spähpanzer mit Allradantrieb, dessen Panzerung dafür ausgelegt ist, 7,62-mm-Munition zu widerstehen. Der BRDM-2 wurde ab 1966 in der UdSSR gebaut und in zahlreiche Länder des seinerzeitigen Ostblocks exportiert. Etliche Länder bauten den BRDM allerdings auch in Lizenz. In der Nationalen Volksarmee der DDR wurde der Radpanzer als Schützenpanzerwagen 40P2, kurz SPW-40P2 eingesetzt, wobei die NVA diverse Änderungen gegenüber dem Original vornahm.

Den BRDM kann man als auch Arbeitspferd des Ostblocks bezeichnen welcher in riesigen Stückzahlen produziert wurde. Seine Hauptmerkmale sind eine sehr gute Schwimmfähigkeit welche ihm dank eines Jetantriebs auch im Wasser ein relativ schnelles Vorankommen ermöglicht. Um ein Hineinschwappen von Wasser in den Panzer zu verhindern wurde ein aufstellbarer Schwallschutz angebracht. Um Gräben besser überschreiten zu können wurde er mit zwischen den Rädern ausklapparen Hilfsrädern ausgestattet. Für gute Nachsichtfähigkeiten wurde er mit großen Infrarotscheinwerfern ausgestattet als auch der Fahrer und die Besatzung durch zahlreiche Winkelspiegel eine unterbrechungsfreie Rundumsicht hatten. Dank eines sehr ruhig laufenden V8 Benzin- oder zuletzt Dieselmotors war er zudem recht leise. In zahlreichen Varianten wurde er eingesetzt bspw. als Raketenstarter, ABC Spürpanzer, Flugabwehrpanzer und Panzerjäger.

Entwicklung
Der amphibische Panzerspähwagen BRDM-2 (Werksbezeichnung GAZ 41-08) wurde Anfang der 1960er-Jahre von W. K. Rubstow im Konstrukteursbüro Dedkow OKB entwickelt und anschließend vom GAS-Werk in Gorki in Serie gebaut.

Die Indienststellung erfolgte vermutlich 1962, den ersten öffentlichen Auftritt hatte der BRDM-2 allerdings erst bei einer Parade im Jahre 1966. Der BRDM-2 wurde entwickelt, um den bereits in großen Stückzahlen vorhandenen BRDM-1 abzulösen. Verbesserungen gegenüber dem BRDM-1 waren die erhöhte Leistung und Mobilität, sowie eine schwerere Bewaffnung, eine ABC-Schutzanlage und der Einbau von Nachtsichtgeräten.

Technik
Die Wanne des BRDM-2 besteht aus geschweißtem Panzerstahl und bietet Schutz gegen Splitter und Beschuss mit 7,62-mm-NATO-Munition. Da die Panzerplatten jedoch nur maximal eine Dicke von 14 mm aufweisen, ist das Fahrzeug bereits nicht mehr sicher gegen die 12,7-mm-Munition schwerer Maschinengewehre. Die Wannenfront hat eine ballistisch günstige, abgewinkelte Form. Im vorderen Bereich der Wanne finden Fahrer und Kommandant Platz. Zwei mit Beschussklappen versehene Panzerglasscheiben sowie eine Reihe von Winkelspiegeln und ein IR-Sichtgerät für Fahrer und Kommandanten sichern die Aussicht nach vorne. Zusätzlich ist an den Wannenseiten beidseitig eine Reihe von Winkelspiegeln montiert. Die einzige Möglichkeit zum Aufsitzen auf das Fahrzeug sind zwei Luken, die vor dem Turm auf dem Dach des Fahrzeuges angebracht sind. Der wassergekühlte GAZ-Ottomotor, der durch ein Brandschott vom Kampfraum getrennt ist, befindet sich im hinteren Teil der Wanne zusammen mit dem 290 l fassenden Treibstofftank. Er hat eine Leistung von 140 PS (103 kW), das Drehmoment wird auf alle vier Räder übertragen. Die maximal erreichbare Geschwindigkeit auf befestigten Straßen beträgt 100 km/h. Durch die hermetisch geschlossene Wanne ist der BRDM-2 ohne Vorbereitungen schwimmfähig. Für den Antrieb im Wasser sorgt ein lenkbarer vierflügliger Propeller. Weiters ist eine Winde mit einer maximalen Zugkraft von 4.000 kp (39 kN) montiert. Der Luftdruck der vier betriebenen Räder des BRDM-2 kann durch den Fahrer mit der Reifendruckregelanlage zentral eingestellt werden, um die Mobilität zu erhöhen. Zusätzlich können bei extrem schwerem Gelände zwei Paar durch jeweils eine Kette betriebene Hilfsräder vom Wannenboden abgesenkt werden. Der Turm des BRDM-2, der keine Luke hat, ist identisch mit dem des BTR-60PB-Schützenpanzers und nicht kraftbetätigt, das heißt, er muss vom Richtschützen manuell gedreht werden.

Bewaffnung/Ausrüstung
Der Schütze verwendet ein PP-61-AM-Zielgerät, um mit dem überschweren 14,5-mm-KPWT-MG Bodenziele bis 2000 m und Luftziele bis zu einer Entfernung von 1500 m zu bekämpfen. Beim KPW handelt es sich um einen Rückstoßlader mit kurzem Rohrrücklauf. Es gibt kein Nachtsichtvisier, was die Verwendung der Bewaffnung stark einschränkt. Das 14,5-mm-MG verschießt API-, API-T-, I-T- und HE-T-Munition. Mit der API- und API-T-Munition können Panzerplatten der Stärke 20 mm auf 1000 m und 30 mm auf 500 m durchschlagen werden. Bei dem achsparallel montierten PKT-MG handelt es sich um einen Gasdrucklader. Verschossen werden Hartkern- und Leuchtspur-Brandgeschosse. Das elektrische Bordnetz, an dem auch das R-123-Funkgerät mit per in die Panzerhaube integriertem Kehlkopfmikrofon und Kopfhörer angekoppeltem Bordfunk angeschlossen ist, wird von einer 24-V-Batterie gespeist. Der hermetisch verschlossene Kampfraum des BRDM-2 hat ein ABC-Schutz- und Belüftungssystem, das gefilterte Frischluft in den Kampfraum pumpt und zum Schutz vor dem Eindringen ABC-kontaminierter Umgebungsluft durch diverse Ritzen und Dichtungen einen Überdruck erzeugt. Ein außen vor der Kommandantenluke montierter manuell fokussierbarer 200-W-Xenon-Suchscheinwerfer mit IR-Vorsatzfilter verbessert die Nachtsicht bei Verwendung der IR-Sichtgeräte.

Versionen
Die Basisversion des BRDM-2 diente auch als Grundlage für eine Vielzahl von Waffensystemen, beispielsweise als Träger der 9K31-Strela-1-Flugabwehrrakete oder als Panzerjäger, ausgestattet mit Sagger-, Spandrel- oder Swatter-LFKs.

Allgemeine Eigenschaften
Besatzung:
4 (Kommandant, Fahrer, Richtschütze, Ladeschütze)
Länge:
6,10 m
Breite:
2,35 m
Höhe:
2,31 m
Masse:
7,9 / 7 Tonnen
Panzerung und Bewaffnung
Panzerung:
7 mm (Wannenfront), 10 mm (Turmfront)
Hauptbewaffnung:
1 × überschweres 14,5-mm-MG KPWT
Sekundärbewaffnung:
1 × 7,62-mm-MG PKT
Beweglichkeit
Antrieb:
1 × Achtzylinderdieselmotor oder Achtzylinderottomotor
140 oder 145 PS (103 oder 107 kW)
Geschwindigkeit:
95 km/h oder 110 km/h
Leistung/Gewicht:
19 PS/t (14 kW·t−1)
Reichweite:
1000 oder 700 km



 

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