Das Objekt des Monats 10/2026
Chérie Auto-Union Munga Der „Ur-Quattro“ mit permanentem Allradantrieb
Bundeswehr Bezeichnung: LKW 0,25-T (0,25 Tonnen Zuladung)
Munga ist die Abkürzung für Mehrzweck-Universal-Geländewagen mit Allradantrieb
Der DKW Munga ist ein Geländewagen der Marke DKW, der von der Auto-Union in Ingolstadt, Deutschland, gebaut wurde. Der Name Munga kommt von dem deutschen Ausdruck Mehrzweck Universal Geländewagen mit Allradantrieb.
Baujahr:
1961
Typ:
F91/4
Leistung kW bei min -1:
K32/4250 44PS
Hubraum cm³:
974
Antriebsart:
OTTO/2T
Höchstgeschwindigkeit km/h:
98
Sitzplätze:
4
Seinerzeit oft wegen seines Zweitaktmotors verpönt verkennend um seine fantastischen Eigenschaften hat sich der Munga zwischenzeitlich einen sehr hohen Stellenwert in der Oldtimerszene erarbeitet. Etwas ältere Bundeswehrsoldaten welche noch mit ihm gedient haben schwelgen nur in positiven Erinnerungen wenn sie ihn sehen und wissen manche, meist Geländefahrgeschichte von ihm zu erzählen.
Ein Fahrzeug welches durch und durch haltbar und sogar komfortabel für die Besatzung konstruiert wurde. So verzichtet der Munga auf eine Wasserpumpe und wird per Schwebeverfahren gekühlt als er auch über eine sehr gute Innenraumheizung verfügt.
Auf den ersten Blick war er angesichts der Seltenheit und der am Markt verlangten Preise für die Sammlung wieder einmal ein Schnäppchen. Beim Beginn der Restaurierung zeigte sich dann schnell, dass es nur ein vermeintliches Schnäppchen war denn durch die lange Standzeit musste von der Bremsanlage bis hin zu Lagern im Getriebe alles überholt werden. Auch das Schweißgerät kam angesichts immer wieder neu auftretender Löcher in der Karosserie und im Unterboden nicht zur Ruhe. Dennoch hat sich die Arbeit gelohnt und so wurde auch der Munga in`s Herz geschlossen und Fahrten mit ihm auf der Straße oder im Gelände machen ausgesprochen Spaß.
So entwickelte sich auch der Spruch wenn jemand irgendwo hin wollte: Nimm doch Chérie.
Und schon hatte der Munga auch einen Namen denn alle Fahrer/innen mögen ihn und das besonders bei gutem Wetter. Auch hier haben wir größtmöglichen Wert auf Originalität gelegt und so ist vom lesbaren Schmierplan bis zur Mischtrommel für das Gemisch im Tank wurde alles originalgetreu instand gesetzt oder ist alles original vorhanden. Auch im Zuge der Restaurierung bei der man sich naturgemäß auch mit der Fahrzeuggeschichte beschäftigt entdeckten wir, dass der Munga der Vater oder die Mutter des legendären Audi Quattro war.
Entwicklung: 1955 Vorproduktionsprototyp.
Die Produktion begann im Oktober 1956 und endete im Dezember 1968. In dieser Zeit wurden 46.750 Autos gebaut. Die 38. Internationale Automobil-Ausstellung in Frankfurt im Herbst 1957 war für die Auto-Union ein großer Erfolg. Ungefähr zu dieser Zeit wurde der Munga gestartet. Das außerordentlich ausdauernde Fahrzeug wurde nicht nur von der Bundeswehr als in seiner Klasse einzigartiges Fahrzeug übernommen, sondern auch in großer Stückzahl für den deutschen Grenzschutz und verschiedene ausländische Militärverbände innerhalb der NATO beschafft, z. B. von den Niederlanden, Frankreich, Belgien und Italien.
Die zivile Version des Munga fand vor allem in Westdeutschland für land- und forstwirtschaftliche Arbeiten breite Anwendung und wurde auch im Ausland populär, insbesondere in jenen Ländern, in denen aufgrund schlechter Straßen Transporte „überall hin“ erforderlich waren, wie in weiten Teilen Südamerikas und Südafrika. Rund 2000 Autos wurden an die Royal Netherlands Army geliefert, von denen viele Ende der 1970er Jahre nach Großbritannien verschifft wurden.
Später war der Munga ab Ende 1956 auch als viersitziger Wannenaufbau aus Stahlblech und als sechs- oder achtsitziger Pritschenaufbau erhältlich.
Nach Ausmusterung bei der Bundeswehr wurden leider zahlreiche in private Hand gelangte Fahrzeuge auf VW Golf und Opel Motoren umgerüstet. Der Kaufpreis eines ausgemusterten Fahrzeugs lag seinerzeit bei ca. 100 – 200 DM. Da seinerzeit eben viele Mungas auf artfremde Motoren umgerüstet wurden oder auch zu Buggies etc. umgebaut wurden ist es äußerst schwierig ein wirklich originales Fahrzeug zu sehen mit einem originalen Dreizylinder Zweitaktmotor und drei Unterbrecherkontakten. Nebenbei ist es heutzutage schwierig was früher für Kfz. Leute normal war noch Kfz. Mechaniker zu finden welche in der Lage sind allein die Zündung eines Munga korrekt einzustellen. Auch das Überholen von Motoren diesen Typs oder Getriebe- und Achszerlegung nebst wieder korrektem Zusammenbau stellt für heutige Mechaniker oftmals eine nicht zu stemmende Aufgabe da. Darin ist auch ein Grund zu sehen warum zahlreiche Fahrzeuge als mit "Patina" oder als "Projektabbruch" angeboten werden.

















